Wir müssen nachhaltig bauen – und wir können das auch!
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Deutschland steht vor der klimapolitischen Herausforderung, bis 2030 signifikante Reduzierungen des CO2-Ausstoßes zu erreichen. Um die im Bundesklimaschutzgesetz festgelegten maximalen Jahresemissionsmengen zu erfüllen, muss es jedoch fast zu einer Verdreifachung der bisherigen Geschwindigkeit bei der Emissionsminderung kommen. Dies hat der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz – Robert Habeck – am 13. Januar 2022 in seiner Eröffnungsbilanz festgestellt. Minister Habeck stellte fest, dass zwar im letzten Jahrzehnt die Emissionen im Durchschnitt jährlich um 15 Millionen Tonnen gesunken sind. Jedoch müssen sie zum Erreichen der Gesetzesvorgaben ab sofort bis 2030 um 36 bis 41 Millionen Tonnen pro Jahr sinken. Ernüchternd an Minister Habecks Eröffnungsbilanz ist, dass die bisherigen Maßnahmen zum Klimaschutz in allen Sektoren unzureichend sind. Der Minister hebt insbesondere auch der Gebäudesektor hervor, der 2021 zum zweiten Mal in Folge sein Sektorziel verfehlt haben wird. Damit nicht genug: Es ist bereits absehbar, dass „in etlichen weiteren Sektoren die Klimaziele der Jahre 2022 und 2023 nicht mehr erreicht werden können. Projektionen zeigen, dass ohne schnell wirkende, zusätzliche Klima-Maßnahmen die 2030-Ziele in allen Sektoren deutlich verfehlt werden.” Diese Situation wird die Politik zwingen, politischen Druck in konkrete Maßnahmen zu kanalisieren. Und es kann davon ausgegangen werden, dass diese Konkretisierungen enorme Auswirkungen auf das Bauen haben werden. Denn es heißt in der BMWK-Eröffnungsbilanz weiter: „Im Gebäudebereich wurde in den letzten Jahren versäumt, die rechtlichen Standards für Sanierung und Neubau an den technischen Fortschritt anzupassen. Die Folge war, dass insbesondere im Neubau hohe Fördersummen ausgegeben wurden, die nur geringe CO2-Minderungseffekte hatten. Es besteht hier insoweit dringender Handlungsbedarf, um Standards und Förderpolitik sinnvoll neu auszurichten.” Aus dieser Prämisse, die Standards für den Gebäudesektor sowohl in der Sanierung als auch im Neubau an den technischen Fortschritt anzupassen und zudem Förderpolitik auf das Ziel CO2-Minderung zu fokussieren, werden sich Konkretisierungsaufgaben ergeben – bspw. zur Frage: Wie sieht die Technologie konkret aus und wer wird diese Standards setzen? Die vom Minister angesprochenen Standards müssen dabei a) schnell entstehen und b) zu vielfältigen Werkzeugen werden – verknüpft insbesondere auch mit der EU-Taxonomie-Verordnung, die eine Wirtschaftsaktivität dann als „taxonomiekonform” bezeichnet, wenn sie einen wesentlichen Beitrag zu mindestens einem von insgesamt sechs Umweltzielen leistet, ohne den anderen zuwiderzulaufen. Die Umweltziele der Taxonomie sind: Zunächst (1) Klimaschutz und (2) Anpassung an den Klimawandel – dann (3) nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen, (4) Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft, (5) Vermeidung von Verschmutzung und (6) Schutz von Ökosystemen und Biodiversität. Ziel der Taxonomie-Verordnung ist, nachhaltige Investitionen zu fördern. Sie kann und sollte also als Förderinstrument im vorgenannten Sinne verstanden werden. Und unabhängig davon, ob in Ingenieurwissenschaften der Begriff der Nachhaltigkeit auch anders besetzt werden könnte als mit diesen sechs Umweltzielen, wird bei näherer Befassung mit diesem europäischen Rechtsrahmen schnell deutlich, dass die Definition der Nachhaltigkeit in der Taxonomie prägend sein wird. Nun gilt es, diese sechs abstrakten Umweltziele mit konkreten Definitionen zu versehen – in Standards bzw. technischen Regelwerken. Wir Ingenieurinnen und Ingenieure müssen also zeigen, wie das geht. Aber wir können auch bereits zeigen, wie das geht! Denn sehr viele der notwendigen Werkzeuge wurden in den vergangenen Jahren bereits erarbeitet. Sie müssen nun sichtbar gemacht werden. Und sie müssen verbindlich werden – eine Aufgabe der Politik, wie der Klimaschutzminister Habeck richtig festgestellt hat. Wir Ingenieurinnen und Ingenieure sollten die Politik und die bauende Verwaltung bei dem Prozess der Standardsetzung aktiv unterstützen – durch konkrete Vorschläge und Angebote. Also: Wir sollten unser Können zeigen – und mutig sein! Dr.-Ing. Lars Meyer Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein Dr.-Ing. Lars Meyer Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein
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Research context
OpenAlex topics: Public Administration and Political Analysis · Civil and Structural Engineering Research · Environmental Science and Technology
SciVX discovery tags are terminology-based. OpenAlex topics are source-provided classifications.
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Deutscher Beton‐ und Bautechnik‐Verein
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