Das neue Bauen – Das Neue bauen
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Abstract
Editorials in den unterschiedlichsten Zeitschriften des Bauwesens füllen sich mit Hinweisen und Forderungen, in Zukunft deutlich nachhaltiger, das heißt klimaneutral und ressourceneffizient zu bauen. Dies ist nicht nur richtig und wichtig, sondern unbedingt notwendig, sind doch das Bauen und der Betrieb unserer gebauten Umwelt für rund ein Viertel der schädlichen CO2-Emissionen und für die Hälfte des Materialverbrauchs verantwortlich. Es ist also ebenso wichtig, bei jeder sich bietenden Gelegenheit darauf hinzuweisen und Veränderungen anzustoßen und umzusetzen. Und als würde dies als Herausforderung nicht reichen, möchte und muss ich den Forderungskatalog noch erweitern. Eine alleinige Konzentration auf die zuvor genannten Themen könnte mit der Gefahr verbunden sein, dass wir andere Werte vernachlässigen. Dies beginnt damit, dass auch in Zukunft das Bauen bezahlbar bleiben muss. Diese aktuell im Zusammenhang mit dem Wohnungsbau häufig genannte Bedingung gilt aber für alle Bereiche des Bauens einschließlich der Infrastruktur. Dabei geht es nicht nur um den Bauprozess, in dem durch Digitalisierung und Robotereinsatz große Reserven vorhanden sind, sondern auch um die eingesetzten Materialien, wie wir dies in den vergangenen Monaten schmerzhaft erfahren mussten und noch müssen. Es geht dabei auch darum, die Abhängigkeit globaler Lieferketten zu reduzieren und wieder stärker lokal zu denken. Dies kann sowohl durch die Verwendung von lokal herstellbaren High-Tech-Materialien geschehen (die natürlich die Bedingungen des ersten Absatzes erfüllen müssen), als auch durch lokal vorhandene Materialien, indem wir uns die Erfahrungen und Traditionen einzelner Landstriche und Gegenden zu Nutze machen [2]. Das Neue Bauen muss darüber hinaus den Anspruch erheben, mehr als in der Vergangenheit ästhetisch zu sein. Viele Bausünden der Vergangenheit haben wir unter anderem der gedankenlosen Verwendung von Unmengen an Material zu verdanken, was letztlich durch den niedrigen Preis der verfügbaren Materialien mit verursacht wurde. Da sich letzteres gerade ändert, haben wir die Chance, eine Forderung zu erfüllen, die in ähnlicher Weise bereits vor langer Zeit von Jörg Schlaich formuliert wurde: wir müssen mehr nachdenken statt klotzen [2]. Womit wir bei der nächsten Aufgabe sind, der wir uns stellen müssen. Bauen ist auch immer Baukultur, Schaffung einer Umgebung, einer gebauten Landschaft. Und Baukultur ist auch die Art und Weise des Umgangs der Bauschaffenden untereinander. Dies bezieht Architekten und Bauingenieure untereinander ein, aber auch alle Beteiligten der Bauindustrie, der bauenden Verwaltung, der Bauaufsicht, der Zulieferer, der Wissenschaft und alle weiteren am Bau beteiligten Personen. Wenn wir in Zukunft klimaneutral und ressourceneffizient handeln, wenn wir bezahlbare Wohnungen, Industrieanlagen, Straßen und Brücken bauen und dabei ästhetisch anspruchsvolle Bauwerke schaffen, so müssen sich die Menschen in ihrer Wohnung, am Arbeitsplatz, in ihrer Mobilität wohlfühlen. Denn der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Anstrengungen. Die Zukunft muss verlockend sein, denn dann wird es uns leichter gelingen, das Neue Bauen umzusetzen. Manfred Curbach Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Manfred Curbach Technische Universität Dresden
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Research context
OpenAlex topics: Environmental Science and Technology
SciVX discovery tags are terminology-based. OpenAlex topics are source-provided classifications.
Affiliations
Technische Universität Dresden
References (2)
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1. Bergmeister K. · 2008
2. Schlaich J. · 2003